„In beeindruckender Konsequenz und mit verblüffenden Ergebnissen widmet sich Conni Trieder der Neuverortung der Flöte in der improvisierten Musik. Ihr geht es nicht nur um ein paar andere Farben. Ihr geht es ums Ganze des unterrepräsentierten, zarten Instruments. Darum hatte sie für ihr Trio eine fragil voranschreitende Musik erdacht. „Trieders Holz“ nun schreibt diese Geschichte anders weiter mit zwei Flöten, Bassklarinette und Kontrabass, indem es Klangwolken schichtet in einem neu definierten filigranen Einklang der Dissonanzen, indem es einen kammermusikalischen Jazz klangfarbenreich aufblühen lässt, wo alle gleichzeitig Begleiter und Solisten sind. Dann klingen sie als ein Ensemble, das so noch nicht gehörte Geschichten entwickelt – schön und immer schöner.“

Ulrich Steinmetzger 2021

foto von Marco Mlynek

In 2020 erhält Conni Trieder ein halbjähriges Arbeitsstipendium für das Projekt: „Vertraute Orte. Ein Kompositionszyklus.“ gefördert durch die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt und die Kloster Bergische Stiftung. Mit den Leipziger MusikerInnen Athina Kontou, Martin Hanisch und Chris Weinheimer erweckt sie diese zum Leben und gründet das Quartett „Trieders Holz“.

Die Stücke sind kammermusikalischer Jazz mit einem Blick auf die erweiterten Spieltechniken. Durch die zwei Querfllöten eröffnen sich so sehr spannende Klangräume, wenn beispielsweise Multiphonics übereinander geschichtet werden. Mit den sehr hohen und sehr tiefen Stimmen bietet diese Besetzung außerdem viel Raum für den Klang der einzelnen Instrumente, sowie die Möglichkeit der gleichberechtigten Polyphonie.

„Die eitlen Königskerzen aber interessieren sich nicht für uns.

Wir hocken uns dazwischen und erzählen uns Geschichten durch die Blume.

Die Blütenblätter verwehen

und nehmen die Zeit mit.“

aus: „Vertraute Orte“, 7 Kompositionen und 7 Texte von Conni Trieder

Foto von Luise Volkmann

DEMO „Dachsteigerei“ von Trieders Holz, September 2020